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GEDICHTE VON NORBERT VAN TIGGELEN
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Straßenkarneval

Wenn Cowboys mit Indianern trinken
und Athleten schwächlich hinken,
Reiche mit den Armen schunkeln,
Grafen mit dem Fußvolk munkeln;

Wenn Models um die Wette essen,
Ritter sich mit Knappen messen,
Prinzen alte Damen suchen,
Mönche lauthals schmutzig fluchen;

Wenn Ärzte mit Patienten saufen,
Engel sich mit Feen raufen,
Könige mit Bauern feiern,
Gauner über Henker geiern;

Wenn man achtet den Halunken,
Kapitäne sind betrunken,
lautstark pfeift auf die Moral -
dann ist Straßenkarneval.

©Norbert van Tiggelen


Talfahrt
 
Ihr lieben Narren,
ich wünsch’ euch viel Spaß.
Haut auf die Pauke
und gebt richtig Gas!
 
Schunkelt wie Teufel
und trinkt euch ein Bier.
Macht kräftig Party,
bis morgens um vier!
 
Ein Gruß in die Ferne,
„Alaaf und Helau“
Doch fahrt nicht betrunken,
sonst geht’s in den Bau!
 
© Norbert van Tiggelen


Fünfte Jahreszeit

Menschen miteinander schunkeln,
keine Spur von bösem Munkeln.
Partystimmung in den Gassen,
unser Motto: „Hoch die Tassen“.

Gute Laune wird befohlen,
keine Zeit, um Luft zuholen,
heit’re Narren sprechen Bände,
lassen wackeln manche Wände.

Überall nur buntes Treiben,
Muffel sich die Augen reiben.
Gute Stimmung weit und breit -
Danke, „Fünfte Jahreszeit“!

©Norbert van Tiggelen


Faschingszeit

Als König mimt der Eine,
den  Herrscher der Nation,
zu Hause nörgelt seine Frau
bei jeder Reaktion.

Der Pirat mit dunklem Blick,
will jeden Mast erklimmen
in Wirklichkeit kann er nicht mal,
ohne Armreif schwimmen.

Die Hexe zetert leise, 
ihr Bauch ist kugelrund,
in ihrem Job, da pflegt sie,
Todkranke kerngesund.

Der Knastologe tätowiert,
rasiert sich mit dem Messer,
im Job als Volksschullehrer,
da weiß er alles besser.

Die Böse wird zum Engel,
der Schwache kriegt die Macht,
kaum zu glauben, was bei uns
der Fasching möglich macht!

©Norbert van Tiggelen


Karneval

Wenn Polizisten sich betrinken,
Elfen arg nach Weinbrand stinken,
Engel laut und ruppig fluchen,
schöne Prinzen Hexen suchen.

Wenn Omas hübsch und knackig sind,
der Sträfling ist ein Waisenkind,
der Arzt nicht den Patient vermisst,
die Fee ein wahres Luder ist.

Wenn das Pferd im Hausflur steht,
der Geist am Tag spazieren geht,
der Cowboy mit dem Fahrrad fährt,
der Richter sich von Bier ernährt.

Wenn der Bettler ist ein Reicher,
und der Scheich ein armer Schleicher,
Nonnen machen laut Krawall,
…dann ist wieder Karneval.

©Norbert van Tiggelen


Faschingszeit

Wenn die Mutti macht auf jung,
selbst der Opa kommt in Schwung,
Vati ist tagtäglich breit -
dann ist wieder Faschingszeit.

©Norbert van Tiggelen


Karneval vorbei

Wenn Du Blicke auf Dich ziehst,
nur weil Du Dir einen gießt,
man Dir bös nimmt Dein Geschrei -
dann ist Karneval vorbei.

©Norbert van Tiggelen


Karneval-Krawall

Wenn der Schutzmann wird gestellt,
sich das Schwein zum Koch gesellt,
und die Nonne macht Krawall -
dann ist wieder Karneval.

©Norbert van Tiggelen


Schutzmann-Tunte

Wenn’s Durchsuchen war 'ne Qual,
man Dir dabei die Hose stahl
und auch griff an Deine Lunte -
dann war der Schutzmann eine Tunte!

©Norbert van Tiggelen



Rosenmontag

Wenn geschunkelt wird wie selten,
keine Partyregeln gelten,
auch die Leber hat kein’n Schontag -
dann ist meistens Rosenmontag.

©Norbert van Tiggelen


Aschermittwoch

Wenn die Stimmung ist im Keller,
und es schweigt der Plattenteller
das Narrenherz fällt in ein Loch -
dann ist meistens Aschermittwoch.

©Norbert van Tiggelen


Kamelle, Kamelle

Wenn die Fensterscheiben klirren,
Bonbons sich im Schirm verirren
und Du hast im Kopf ne Delle -
dann wirft man wieder mit Kamelle.

©Norbert van Tiggelen


ACHTUNG SONDERSENDUNG !!!


Gedichte von und mit Norbert van Tiggelen 19.02.2012

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Norbert
van Tiggelen„6vor 12“, „Kopfkino“, „Ende gut, alles gut“ und „Von Abis Zett“ sind Buchtitel die sich jeder merken sollte. In über 400 Gedichten stellt der Autor Norbert van Tiggelen seine Gedankenwelt vor...

Wir möchten Euch heute einen kleinen Auszug seiner wunderbaren, ehrlichen und leicht zu verstehenden Gedichte vorstellen.

 

Norbert van Tiggelen, nimmt in seinen Gedichten kein Blatt vor den Mund. Von Liebe und Freundschaft bis hin zu sozialkritischen Texten findet ihr alles bei ihm. Wir sind überzeugt nach diesen zwei Stunden werdet ihr von ihm und seinen Texten genauso begeistert sein wie wir es schon seit einiger Zeit sind.

 

Moderatoren: Gabriele & derHelferling

Sendung: Sonntag 19.02.2012 16:00 Uhr - 18:00 Uhr

Zum Radio geht es hier : www.winbuddys-radio.com

und hier geht es zum Chat:
http://chat.wbradio.de/

Lieben Gruß
Norbert

Meine Bücher in der Reihenfolge,
wie sie diese lesen sollten.
(Nur auf die Titel klicken)










 
Erinnerungen  
  Wir von damals

Wir von damals waren Kinder,
manchmal durchaus Besenbinder,
recht gewitzt und auch nicht dumm,
haute uns so schnell nichts um.

Möhren aßen wir mit Dreck,
Schuhe putzten wir mit Speck,
Pfeil und Bogen selbst gebaut,
aus dem Garten Obst geklaut.

Blaue Flecken an den Beinen,
nicht nur prügeln - auch vereinen.
Lag der Ball in Nachbars Garten,
mussten wir oft Stunden warten.

Säge, Zange, Nägel, Hammer,
Bretter aus der Abstellkammer,
sorgten nie für Langeweile
und für Spaß in Windeseile.

Seifenkisten waren Renner,
Fußballstars die Supermänner,
Buden hoch im Baum gebaut,
ständig abgeschürfte Haut.

Mit dem Fahrrad langgelegt,
schmerzhaft in die Hand gesägt.
Barfuss über heiße Straßen,
rumgejammert wurd’ in Maßen.

Liebe Kinder, seid mal ehrlich:
Lebten wir nicht auch gefährlich?
Dennoch ist das eine klar -
unsre Zeit war wunderbar!

© Norbert van Tiggelen
 
Wetter  
   
Für die Liebsten  
  Schön, dass es Dich gibt

Du bist ein echtes Goldstück,
ein Typ, der was bewegt,
eine Seele, der man traut,
die jede Freundschaft pflegt.

Wenn es Dich nicht gäbe,
dann säh’ es düster aus,
Du würdest uns sehr fehlen,
und das tagein, tagaus.

Du bist in unsrer Kette
ein Glied, das wertvoll ist,
kämpfst ständig für das Gute,
kennst keine Hinterlist.

Verbreitest immer Wärme,
ein Mensch, der Wahrheit liebt,
drum muss ich Dir jetzt sagen:
Schön, dass es Dich gibt!

©Norbert van Tiggelen


 
Kohlenpottthematik  
  Alte Zeiten

Manchmal schließe ich die Augen,
lass den Gedanken freien Lauf,
denke an vergang’ne Tage,
in mir geht die Sonne auf.

Seh’ die großen Fördertürme,
die im Smog der Städte stehen,
Kumpels, die nach der Maloche
Arm in Arm zur Kneipe gehen.

Seh’ den Taubenschlag im Garten,
in dem Opas Rennpferd war,
dort verweilte nicht nur Hänschen,
manchmal auch der graue Star.

Seh’ die blassen Hinterhöfe,
wo die Jungs oft Fußball spielten
und die Mädchen brav bekleidet
Puppen in den Armen hielten.

Seh’ den Tante-Emma-Laden,
dort gab’s Waffelbruch und Eis,
Rollmops nur nach Art des Hauses,
Qualität zum kleinen Preis.

© Norbert van Tiggelen
 
Sozialkritisches  
  Schicht am Schacht

Wenn wir weiter Kriege führen,
Ruhm und Geld mit Beifall küren,
Kinderschänder laufen lassen
und den Alkohol nicht hassen,
wenn Reaktoren weiter brüten,
Teenies nicht beim Sex verhüten,
Massenmörder Gnade kriegen,
Düsenjets zum Angriff fliegen,
wenn die Steuern weiter steigen,
Menschen sich vor Prunk verneigen,
Liebe man mit Geld erbeutet,
Ehrlichkeit Exil bedeutet,
wenn nur Reiche Macht bekommen,
Armen wird der Stolz genommen,
Kindermund trotz Trauer lacht -
dann ist bald schon Schicht am Schacht.

©Norbert van Tiggelen
 
Copyright by Norbert van Tiggelen